Operative Therapie

Welche operativen Therapiemöglichkeiten existieren?

Ziel der operativen Therapie ist die Beseitigung bzw. Verminderung des krankhaft vermehrten Fettes. Bis Anfang der 1990er Jahre führte man die Fettabsaugung noch mittels großer und scharfer Kanülen in Vollnarkose ohne vorherige Auffüllung des Unterhautgewebes mit Flüssigkeit ("dry technique") durch. Bei diesem Vorgehen gab es nicht nur schlechte kosmetische Ergebnisse, sondern teilweise auch gefährliche Blutungen sowie Lymphgefäßverletzungen. Zu Recht wurde dieses Verfahren daher kritisch beurteilt und inzwischen verlassen.

Aufgrund neuer Entwicklungen der letzten 10-15 Jahren bei der Liposuktion kann man heute das vermehrte Fettgewebe jedoch sehr sicher und mit sehr gutem Erfolg absaugen . Der Einsatz örtlicher Betäubungsverfahren in Form der Turneszenz-Lokalanästhesie (TLA) und die Anwendung vibrierender Mikrokanülen hat - bei Beachtung der international etablierten Leitlinien - die Liposuktion beim Lipödem ausgesprochen gewebeschonend gemacht, auch sind die kosmetischen Ergebnisse sehr gut. Daher hat sich die Liposuktion zu einem Standardverfahren entwickelt, welches weltweit nicht mehr nur aus kosmetischen, sondern zusätzlich auch aus medizinischen Gründen eingesetzt wird.

Der Einsatz von Mikrokanülen hat den Vorteil, dass die Einstichstellen nur noch ca 4 mm lang sind und nicht mehr genäht, sondern nur noch geklebt werden müssen. Das stumpfe Kanülende verhindert ungewollte Schnitt- oder Stichverletzungen und sorgt für eine hohe Sicherheit beim Eingriff. Durch die Vibration wird nur noch das zwischen den Bindegewebsstrukturen locker liegende Fett abgesaugt; die umliegenden Nerven und Gefäße werden kaum angesaugt und so weitgehend geschont.

Bezüglich des Betäubungsverfahrens gilt die Tumeszenz-Lokalanästhesie (TLA) inzwischen als Methode der Wahl. Dabei werden mehrere Liter einer 0,04%igen Betäubungslösung in das Unterhautgewebe gefüllt ("wet technique"). Bei der Absaugung wir dann ein dünnflüssiges Fett-Lösungs-Gemisch entfernt.

Pro Eingriff sollten nicht mehr als 4 Liter reines Fett entfernt werden; bei vielen Betroffenen sind daher mehrere Sitzungen im Abstand von einigen Wochen notwendig. Wie Erfahrungen spezialisierter Zentren zeigen, lässt sich operativ nicht nur das äussere Erscheinungsbild, sondern vor allem auch das Beschwerdebild deutlich verbessern. So werden nicht nur harmonische Körperproportionen hergestellt, sonder es werden auch die Ödeme und die Schmerzempfindlichkeit des Gewebes beseitigt oder deutlich reduziert.

Da postoperativ immer kurzfristig eine vermehrte Schwellungsneigung auftritt, sollte die physikalische Therapie mittels MLD bereits wenige Tage nach dem Eingriff wieder begonnen bzw. weitergeführt werden. Postoperativ ist für 4 Wochen ein spezielles Kompressionsmieder zu tragen.

Anatomische und mikroskopische Untersuchungen nach Absaugung der Beine in Längsrichtung konnten keine Schäden der Lymphgefäße nachweisen.

Langjährige Nachkontrollen (6 bis 10 Jahre) unterschiedlicher Zentren ergaben bei allen abgesaugten Patientinnen eine deutliche Besserung von Befund und Beschwerden mit Verminderung der Ödembildung.

           

Oberschenkel vor Liposuktion         Oberschenkel nach Liposuktion     

 

   
Oberarme vor Liposuktion               Oberarme nach Liposuktion

 

 

 

Quelle: www.bsnmedical.com

 

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